In der letzten Woche ging ein interessanter Fall zum Thema Brustverkleinerung und Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen durch die Presse. Laut einem Urteil des hessischen Landessozialgerichtes ist eine zu große Brust kein Grund dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Brustverkleinerung übernehmen müssen.
Die Klägerin, eine Frau aus dem Kreis Kassel, argumentierte damit, dass sie unter anderem unter starken Rückenschmerzen sowie unter psychischen Beschwerden leide. Die stark übergewichtige Frau gab des Weiteren an, dass Ärzte ihr aufgrund dieser medizinischen Indikatoren zu einer Brustverkleinerung geraten hätten. Die Krankenversicherung sieht aber keine medizinische Notwendigkeit, weshalb eine Kostenerstattung für die Brust OP abgelehnt wurde.
Diese Auffassung bestätigte auch der Sozialrichter und begründet das Urteil damit, dass die Schmerzen der Klägerin nicht einwandfrei auf die große Brust zurückzuführen seien. Nach Auffassung des Gerichtes könnte das starke Übergewicht auch eine Rolle bei den orthopädischen Beschwerden spielen. Zum anderen müsse die Brust für eine Übernahme der OP-Kosten entstellend wirken, was ebenfalls nicht der Fall war.
Der Fall ist insbesondere interessant, weil zwar klar ist, dass aufgrund psychischer Probleme keine Brustvergrößerung von der Kasse bezahlt wird, aber man schon des Öfteren hört, dass aufgrund medizinischer (nicht psychischer!) Probleme die Kosten der Brustverkleinerung übernommen werden.
Viele Frauen leiden unter ihrer zu kleinen Brust. Für viele ist das dann so schlimm, dass sie sich sogar den Gefahren eine Brustvergrößerung aussetzen. Wie in meinem letzten Post (Brust OPs sind die am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen) beschrieben, sind immerhin auch die beliebtesten Schönheitsoperationen Brustoperationen – allen voran die Brustvergrößerung.
Wer ein weinig im Internet zum Thema kleine Brust stöbert findet etliche Forenbeiträge dazu und für die meistens stellt es auch ein erhebliches Problem dar. Interessanterweise gibt es auch Männer, die darüber berichten, dass ihre Freundin oder Frau sich sehr an ihrer zu kleinen Brust stört, der Mann die Brustgröße aber okay findet und das teilweise gar nicht nachvoll ziehen kann.
Aber warum stören sich so viele Frauen eigentlich daran? Vermutlich sind daran hauptsächlich die ganzen Magazine, Fernsehse Shows, Werbung, usw. schuld. Diese Formate zeigen oft ein Idealbild der Frau, das schlicht und ergreifend unrealistisch ist. Und schließlich weiß heutzutage auch jeder, dass selbst die Fotos von Models noch nachbearbeitet werden.
Von diesem Trend profitieren aber natürlich auch die Schönheitskliniken und plastischen Chirurgen und der Markt für Brustvergrößerung boomt eben. Und das Geschäft mit der kleinen Brust ist eben auch lukrativ.
Fraglich ist dabei nur, ob ein Mensch an mehr an Charakter gewinnt, nur weil man sich die „zu kleine Brust“ vergrößern hat lassen.
Laut den Zahlen der DGPRÄC sind Brustoperationen die beliebtesten Schönheitsoperationen. Mit 22% liegen diese an der Spitze, gefolgt von Fettabsaugung, Ohrkorrektur und Gewebeunterfütterung mit jeweils 10%. Weit abgeschlagen auf Platz 10 folgt noch die Korrektur der Gynäkomastie mit 3% – die Brust-OP beim Mann.
Genau genommen handelt es sich bei einer Brust-OP nicht um eine Schönheitsoperation, sondern um einen Sammelbegriff für einzelne Schönheitsoperationen.
Folgende Brustoperationen gibt es:
- Die beliebteste Brust-OP ist die Brustvergrößerung. Dabei wird mit Hilfe eines Implantates die Brust vergrößert.
- Das Gegenteil zur Brustvergrößerung stellt die Brustverkleinerung dar. Hierbei werden Größe und Gewicht der Brust dem Körper angepasst. Auch Asymmetrien können korrigiert werden.
- Bei der Bruststraffung handelt es sich um eine Brust-OP, bei der übermäßig gedehnte Haut entfernt wird. Anschließend wird noch die Brustwarze der neuen Brustform angepasst. Unter Umständen verbindet man die Bruststraffung mit einer Brustvergrößerung.
- Bei einer Brustrekonstruktion wird eine, meist wegen Brustkrebs abgenommene, Brust wieder hergestellt. Eine solche Brust-OP kann mit Implantaten oder eigenem Gewebe durchgeführt werden.
- Bei der Korrektur der Gynäkomastie handelt es sich um eine Verkleinerung der vergrößerten männlichen Brustdrüse.
Leider geht aus den vorliegenden Zahlen nicht hervor, wie bliebt die oben genannten Brust-OPs sind. Wie weiter oben bereits erwähnt, dürfte die beliebteste Brust-OP aber die Brustvergrößerung sein.